Leerstehende (Geschäfts-)Lokale öffnen – Für ein lässiges Wien

Eine ehemalige Einkaufsstraße, in der niemand mehr einkaufen geht. Geschäfte und Lokale, die keine Kundin und kein Kunde mehr betritt. Hier herrscht Leerstand – ein dynamischer Prozess, LeerstehendeLokaleder schleichend beginnt und weitreichende Auswirkungen haben kann. Geschäftslokale oder manche Straßenzüge dann wiederzubeleben, ist nicht einfach. Die Mieten sind hoch und auch der bauliche Zustand lässt manchmal zu wünschen übrig. Als Junge Generation in der SPÖ-Wien verstehen wir diese Flächen aber gerade als Chance für die Stadt und die Belebung ganzer Grätzel. Durch die Förderung von sozialen, künstlerischen oder kulturellen Projekten kommt wieder Leben in die leeren Straßen und Gassen der Stadt. Und gerade junge Menschen können von diesen Flächen profitieren und zu einem lässigen Wien beitragen.

Neben der fortlaufenden Attraktivierung des öffentlichen Raumes wird die Stadt Wien mit Anfang 2016 auch eine Agentur für Zwischennutzungen ins Leben rufen. Sie soll dafür sorgen, dass Künstlerinnen und Künstler sowie Start-Ups leerstehende Geschäftslokale besser nützen können. Und als JG Wien nehmen wir Eigentümerinnen und Eigentümer von leerstehenden Lokalen in die Pflicht: Wir fordern eine verpflichtende Meldung für Erdgeschoßlokale, die länger als sechs Monate leer stehen. Da sich zeigt, je länger ein Leerstand besteht, desto schwieriger und unwahrscheinlicher ist eine Neuvermietung oder Neuübernahme von Lokalen.

Dieses „in die Pflicht“ nehmen wäre für Wien wünschenswert, würde die Stadt in der Verwaltung von Leerstand erheblich entlasten und zudem Kosten sparen. Internationale Vergleiche etwa mit Amsterdam oder Berlin bestätigen das Konzept einer Agentur für Zwischennutzungen, zeigen aber auch, dass es keine leichte Aufgabe ist, Leerstand zu bekämpfen.
Wenn die neue Agentur laufend Information darüber bekommt, welche Geschäftlokale zur Verfügung stehen, dann können Zwischennutzungen noch besser vermittelt werden. Künstlerinnen und Künstler oder Start-Ups bekommen dadurch die Möglichkeit gegen Entrichtung der Betriebskosten diese Lokale anzumieten und eine günstige Ausstellungsmöglichkeit zu erhalten. Genauso wird damit auch die Eröffnung von Pop-Up-Stores erleichtert. Last but not least profitieren davon aber auch die Eigentümerinnen und Eigentümern indem sie sich Leerstandskosten ersparen.
Es ergibt sich also eine win-win Situation für die Interessen aller Beteiligten. Die verpflichtende Leerstandsmeldung nach sechs Monaten kann der entscheidende Faktor für den Erfolg von Zwischennutzungen in Wien sein.

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