Ein Abstellraum ist keine Wohnung. Massenquartiere bekämpfen!

10 Personen die sich einen Raum teilen, auf Matratzen schlafen und für diesen „Luxus“ auch noch horrende Mieten bezahlen dürfen. Menschen die keine Chance auf eine andere Wohnung haben, die aber eine WiW_Blog_709x709_MassenquartiereMeldeadresse brauchen um ihre Kinder für Kindergarten und Schule anmelden zu können, werden mitten in der Bundeshauptstadt abgezockt und ihre Notsituation gnadenlos ausgenutzt.

Wenn man von solchen Zuständen hört, denkt man zunächst nicht an die eigene Nachbarschaft, aber auch in Wien gibt es inzwischen ein paar bekannte Massenquartiere. Zwar gilt für Substandardwohnungen – laut Gesetz – eine Mietzinsobergrenze von 1,62 Euro pro Quadratmeter. Von diesen Kategorien können die Menschen in den Wiener Massenquartieren aber bestenfalls träumen. Für kleine Kammern in denen ganze Familien zusammenleben müssen, fallen Mieten bis zu 300 Euro an. In etlichen Fällen wird das gesetzliche Limit dabei einfach mal um den Faktor 20 überschritten.

Automatisch fragt man sich, wie es so etwas bei uns überhaupt geben kann. Die Antwort ist so einfach wie schockierend: Es gibt keine Gesetze die den Behörden ein wirksames Eingreifen ermöglichen würden. Überprüfungen durch die Baupolizei, Finanzbehörden oder eben die Polizei führen momentan nur zu Verwaltungsstrafen oder vielleicht zur Anordnung von Baumaßnahmen. Angesichts der Einnahmen aus den Massenquartieren schreckt das aber niemanden wirklich ab – und ganz sicher niemanden der aus dem Elend anderer Menschen Profit zieht.

Die BewohnerInnen solcher Quartiere haben Angst sich an die geeigneten Stellen zu wenden, da sie oftmals bedroht und unter Druck gesetzt werden und auch keine Alternative am Wohnungsmarkt sehen. Schriftliche Mietverträge existieren in der Regel nicht und die „Miete“ wird in bar kassiert.

Definition als Beherbergungsbetriebe für strengere Strafen

Trotz der Bemühungen der Stadt Wien gibt es noch einiges zu tun, denn jedes einzelne Massenquartier ist eines zu viel. Darum fordert die Junge Generation Wien, den Behörden mehr Möglichkeiten zu geben wirksam gegen diese menschenunwürdigen Zustände vorzugehen. Wenn man Massenquartiere als Beherbergungsbetriebe definiert, sind strenge Auflagen wie Hygienebestimmungen, Lärmschutz und eine Betriebsanlagengenehmigung zu erfüllen und bei Kontrolle nachzuweisen. Darüber hinaus müssen wir auf dieses Problem aufmerksam machen, um Betroffenen mehr Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten zu geben.

Menschen brauchen Platz zum Leben und Luft zum Atmen! Vor Allem aber brauchen diese Menschen unsere Hilfe um aus dieser Situation zu entkommen. Ein Staat mit sozialem Anspruch darf hier nicht die Augen verschließen und hinnehmen, dass rechte Populisten wieder einmal die Opfer zu Tätern erklären.

Stoppen wir die Ausbeutung in Massenquartieren! Besser heute als morgen.

Share This: