Mein Update für junges Wohnen!

Ich muss zugeben, während der letzten Wochen habe ich meinen Blog hier ein wenig vernachlässigt. Ich verspreche Besserung. Allerdings hatte ich auch einen wichtigen Grund dafür: Ich bin gerade umgezogen.

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Raus aus der Studentenbleibe, rein in die erste Wohnung, die auch langfristig mein Zuhause sein soll. Ihr könnt euch sicher alle vorstellen – oder ihr habt es selbst schon erlebt – was das für einen Aufwand an Planung, Zeit, Einsatz und letztlich auch Geld bedeutet.

Dieser wichtige Schritt ins selbständige Leben erweist sich als zunehmend schwierig für junge Erwachsene. Tatsächlich wird erschwinglicher Wohnraum, gerade für uns junge Leute, zunehmend zur Mangelware. Besonders in den großen Ballungszentren steigen Nachfrage und Mieten – aber auch im ländlichen Raum werden die Aufwendungen mehr und mehr unfinanzierbar.

Eine besondere Bedeutung kommt daher den gemeinnützigen Bauträgern zu. Mehr als 800.000 Wohnungen werden von diesen verwaltet und jährlich kommen zurzeit etwa 14.000 neue hinzu. Das heißt, dass nahezu jeder Fünfte in einer von einer gemeinnützigen Bauvereinigung verwalteten Wohnung lebt. Nunmehr auch ich. Die Stadt Wien ist überhaupt ein Sonderfall in ganz Europa. Nirgends gibt es so einen hohen Anteil an gemeinnützigen Wohnraum. Die vielen Gemeinde- und geförderten Genossenschaftsbauten sorgen dafür, dass die Mieten im internationalen Vergleich noch immer gering ausfallen.

Das heißt aber leider noch nicht, dass auch wirklich für alle jungen Erwachsenen passende und erschwingliche Wohnung zu haben sind. Hohe Genossenschaftsanteile, lange Wartelisten oder unerschwingliche Mieten vor allem am Privatmarkt sind oft große Hürden am Weg zur ersten richtigen Wohnung. Ich möchte mich deshalb dafür einsetzen, dass Wohnen nicht zu einem Luxusgut wird, sondern als ein elementares Lebensbedürfnis von uns allen auch für alle leistbar bleibt.

Die Stadt Wien ist bereits auf dem richtigen Weg. In den letzten fünf Jahren wurden fast 30.000 geförderte Wohnungen in Wien gebaut. Die Beweise dafür finden sich bei Nord- und Hauptbahnhof und in der Seestadt Aspern. DSC_0003Das schafft zusätzlichen Wohnraum für junge Menschen, wie mich, die eine leistbare Wohnung suchen. Gleichzeitig werden so auch die teils horrenden Mieten am Privatmarkt gedrückt. Genauso müssen wir weiter machen.

Ich bin generell der Meinung, dass Mietkosten nicht über einem Viertel des Einkommens liegen sollten. Wir sollten auch ernsthaft über eine Deckelung der Baukosten- oder Genossenschaftsanteile auf € 100,- pro m2 diskutieren. Dadurch würde eine große Hürde für junge Menschen leichter zu nehmen sein.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich nach längerer Suche eine passende Wohnung gefunden habe, danke der Stadt Wien für die tollen Bauprojekte und werde mich dafür einsetzen, dass es in Zukunft noch ein bisschen einfacher wird.

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2 Gedanken zu “Mein Update für junges Wohnen!

  1. 1. Bin ich auch für höhere Einstiegsgehälter
    2. Muss man da zwischen Privatmarkt und gemeinnützigen unterscheiden. Im Gemeindebau oder bei geförderten Genossenschaften kommt man auch mit deutlich weniger als € 500 für 50m² durch und das nicht nur an der Peripherie. Haben z.B. im 9. Bezirk durchaus Genossenschaftswohnungen mit einem Mietpreis von € 350 für 50m². Wir brauchen nur mehr davon, um auch den Privatmarkt weiter hinunter zu bekommen und den steigenden Bedarf abzudecken.
    So ist 1/4 des Einkommens jedenfalls schon realistisch

  2. Du hast hier falschrum gerechnet – die Mieten sollten nicht mehr als 1/4 (ich kenne es mit 20 – 30%) des Einkommens betragen, das heißt nicht die Einkommen sollten sich an die hohen Mieten (die bei uns ja vorherrschen) anpassen, sondern die Mieten an die mitunter niedrigen Einstiegsgehältern.
    Wenn man 1000€ netto verdient (ja, leider gibts auch mehr als genug Jobs wo nicht mehr rausschaut) sollte ich nicht mehr als 300€ Miete bezahlen. Die 50€ die da im Monat wahrscheinlich noch für Strom/Gas dazukommen kann man unter den Tisch fallen lassen.

    Aber 300€ für eine Single-Wohnung mit 30m² sollte wirklich genug sein.

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