09. Mai 2013 – Vereinigte Staaten von Europa als Antwort auf die Krise

Flag_of_EuropeEuropa steht derzeit am Scheideweg und vor seiner wichtigsten Frage seit Jahrzehnten: Zerfällt die Europäische Union (EU) wieder in einen losen Staatenverbund, der sich ausschließlich über den Binnenmarkt definiert, oder wird europäische Integration in allen Politikfeldern endlich angegangen und gelebte Realität? Zweifellos handelt bei der Aufarbeitung der aktuellen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise es sich um weit mehr als einen wirtschaftspolitischen Richtungsstreit.

Überall auf der Welt existieren oder bilden sich wirtschaftliche Staatenbünde neu, oftmals nach europäischem Vorbild. In uns EuropäerInnen selbst aber droht die ursprüngliche europäische Idee – die Sicherung von Frieden und Wohlstand durch politische und wirtschaftlich Kooperation – Opfer ihres eigenen Erfolges zu werden. Des Friedens und des Wohlstands kaum mehr bewusst, vergessen wir nur allzu rasch die verheerenden beiden Weltkriege, welche Europa in den Abgrund stürzten. Die stetig wachsende wirtschaftliche und politische Verflechtung Europas, wie sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, hat sich unbestritten als Erfolgsmodell bewiesen. Über die Jahrzehnte erlebten wir die rasante Zunahme globaler Mobilität von Menschen, Gütern, Kapital und nicht zuletzt von Information bis zu einem Ausmaß, das klassische Nationalstaaten heute an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringt. Heute müssen wir uns fragen, ob ein supranationaler Überbau zur wirtschaftlichen Kooperation ausreicht, um künftige Herausforderungen zu bewältigen. Müssen wir nicht sogar noch einige Schritte weitergehen?

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